Jüdische Pflegegeschichte / Jewish Nursing History

// Biographien und Institutionen in Frankfurt am Main

Dr. med. Hans Louis Julius Mannheim

  • Geboren

    15.06.1900 in Berlin

  • Nationalität

    deutsch
  • Konfession

    jüdisch

15.06.1900

Geburtsdatum

Der Arzt Dr. med. Hans Louis Julius Mannheim wurde am 15. Juni 1900 in Berlin geboren.

06.1918 - 11.1918

Teilnahme am Ersten Weltkrieg

Noch in den letzten Kriegsmonaten wurde der 18-jährige Hans Mannheim eingezogen und diente als Rekrut bei einem Dragonerregiment.

1924 - 1933

Assistenzarzt von Ferdinand Sauerbruch in Berlin

Von 1924 bis 1933 gehörte Hans Mannheim an der Berliner Charité zum Assistenzstab der renommierten Chirurgen Prof. August Bier (emerit. 1932) und Prof. Ferdinand Sauerbruch. Beide standen dem Nationalsozialismus 1933 positiv gegenüber: So bekannte sich Ferdinand Sauerbruch im November 1933 in einem Offenen Brief deutscher Ärzte und Wissenschaftler "An die Ärzteschaft der Welt" zum NS-Regime. Insgesamt war seine Haltung widersprüchlich, er blieb u.a. mit dem jüdischen Maler und Graphiker Max Liebermann befreundet. Ob Prof. Sauerbruchs damaliger jüdischer Assistenzarzt Hans Mannheim 1933 die Charité aus freien Stücken oder infolge antisemitischer Diskriminierung verließ, bedarf weiterer Klärung.

Um 08.1935 - Um 06.1939

Chefarzt der Chirurgischen AbteilungKrankenhaus der Israelitischen Gemeinde

Nach seiner Niederlassung als Facharzt für Chirurgie in Frankfurt am Main im August 1935 übernahm Hans Mannheim die Leitung der Chirurgie des jüdischen Krankenhauses. Sein Vorgänger war Emil Altschüler.

06.1939

Emigration

Im Juni 1939 flüchteten Hans Mannheim und seine Ehefrau Nelly über Amsterdam nach London. Ihre beiden Söhne Walter und Wolfgang (im Exil: William) hatten sie bereits einen Monat zuvor per "Kindertransport" in das britische Birmingham in Sicherheit gebracht. 1940 flüchtete die Familie in die USA, wo Hans Mannheim seit 1941 wieder als Arzt praktizieren konnte. 1945 erhielt er die US-amerikanische Staatsbürgerschaft.