Jüdische Pflegegeschichte / Jewish Nursing History

// Biographien und Institutionen in Frankfurt am Main

Walter Samuel Hayum

  • Geboren

    06.03.1909 in Kirf

  • Gestorben

    in Minsk (Weißrussland), Ghetto?

  • Nationalität

    deutsch
  • Konfession

    jüdisch

07.08.1872 - 27.04.1944

Familiengeschichte / Lebensdaten von Walter Samuel Hayums Mutter

Walter Samuel Hayums Mutter Amalie (Amalia) Hayum geb. Mayer wurde am 7. August 1872 in Oberstadtfeld (Landkreis Vulkaneifel, Rheinland-Pfalz) geboren. In dem kleinen Ort existierte keine eigenständige jüdische Gemeinde, so dass die Jüdinnen und Juden von Oberstadtfeld gewiss die Synagoge der nahen Stadt Gerolstein (Kreis Daun) besuchten. - Spätestens nach ihrer Heirat mit Walter Samuel Hayums Vater, Elias Hayum, zog Amalie Hayum nach Kirf. Die Lebensdaten von Elias Hayum, der vor der Shoah starb, sind noch zu recherchieren. Amalie Hayum lebte zuletzt in Trier. Am 27. Juli 1942 wurde sie in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort starb sie am 27. April 1944 mit 71 Jahren.

22.10.1903 - 08.1943

Familiengeschichte / Lebensdaten von Walter Samuel Hayums Bruder Alfred Hayum

Walter Samuel Hayum war das jüngste von sechs Geschwistern, die nach bisherigem Kenntnisstand die Shoah ebenfalls nicht überlebten: Johanna (geb. 1901), Jakob (geb. 1902), Alfred (geb. 1903), Siegfried (geb. 1905) und Erna (geb. 1907). - Von Walter Samuel Hayums am 22. Oktober 1903 geborenem Bruder Alfred Hayum, von Beruf Viehhändler, ist Näheres bekannt: Nach dem Novemberpogrom 1938 verließ er seinen Geburtsort Kirf. Zuletzt lebte er zusammen mit seiner verwitweten Mutter Amalie und den Brüdern Jakob und Siegfried Hayum in Trier. Am 1. März 1943 wurde er in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert, wo er der Selektion in die Gaskammern zunächst entging. Am 8. Mai 1943 wurde er wegen einer Darmerkrankung im Häftlingskrankenhaus operiert. Am 30. Juli 1943 wurde er in das KZ Natzweiler-Struthof deportiert. - Forschungen haben inzwischen ergeben, dass Alfred Hayum zu 86 in Auschwitz selektierten jüdischen Frauen und Männern gehörte, die am 17. oder 19. August 1943 im KZ Natzweiler-Struthof (Elsass) in der Gaskammer ermordet wurden. Dies geschah im Auftrag der SS-Wissenschaftsorganisation "Ahnenerbe": Die Skelette der Opfer sollten für eine rassenideologische Ausstellung im Anatomischen Institut der Reichsuniversität Straßburg missbraucht werden (vgl. www.die-namen-der-nummern.de/html/kontakt.html, Aufruf v. 26.08.2014).

06.03.1909

Geburtsdatum

Der Krankenpfleger Walter Samuel Hayum wurde im Jahre 1909 als Sohn von Amalia und Elias Hayum in dem katholischen Bauerndorf Kirf (Verbandsgemeinde Saarburg, Landkreis Trier-Saarburg, Rheinland-Pfalz) geboren. Das Online-Gedenkbuch des Bundesarchivs Koblenz gibt als Geburtsdatum den 6. März 1909 an, das von Walter Samuel Hayums Schwägerin bei der Gedenkstätte Yad Vashem eingereichte Gedenkblatt den 9. Juni 1909. Auch weitere Lebensdaten Walter Samuel Hayums sind noch zu prüfen bzw. zu recherchieren. Insgesamt sind die Berufsbiographien der Krankenpfleger - insbesondere der jüdischen - in Deutschland noch weniger erforscht als die der Krankenschwestern.

28.04.1939 - 17.10.1941

Krankenpfleger im Krankenhaus GagernstraßeKrankenhaus der Israelitischen Gemeinde

Walter Samuel Hayum zog am 28. April 1939 vom Baumweg 3 (im Baumweg befanden sich verschiedene Institutionen der Frankfurter jüdischen Gemeinde) in die Gagernstraße 36 (Krankenhaus der Israelitischen Gemeinde). Sein vermutlich von den NS-Behörden erzwungener Auszug aus der Gagernstraße erfolgte am 17. Oktober 1941 in die Zobelstraße 9.

11.11.1941

Deportation nach Minsk

Am 11. November 1941 wurde Walter Samuel Hayum von Frankfurt in das Ghetto Minsk (Weißrussland) deportiert. Wie bei vielen Schoah-Opfern sind die Umstände seines gewaltsamen Todes unbekannt.

11.11.1941

Im gleichen Zug deportiertAmalie Stutzmann

Walter Samuel Hayum und Amalie Stutzmann befanden sich im gleichen Deportationszug.

1991

Gedenkblatt für Walter Samuel HayumWalter Samuel Hayum

Abbildung: Walter Samuel Hayum

"A Page of Testimony" - Gedenkblatt der "Central Database of Shoah Victim's Names" der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, Israel.

2000

Literatur zur Familie Hayum und der jüdischen Geschichte im Saar-Mosel-RaumFast vergessene Zeugen

2007

Literatur zu Walter Samuel Hayums Bruder Alfred HayumDie Namen der Nummern